BRIGHT x SEEK: Eine gezielte Fashion-Fusion

Wer die Mutterstadt mit seinen Ecken und Kanten liebt, wird auch bei diesen Tradeshows sein Herz verlieren. Urbaner könnte die Berlin Fashionweek dank der alternativen BRIGHT und dem kultigen Nachbarn SEEK kaum sein. Erstmalig haben sich die Skate- und Streetwearmesse in dieser Saison zusammen auf dem Arena Gelände präsentiert.

BRIGHT x SEEK

Die BRIGHT gilt seit jeher als Dreh- und Angelpunkt urbaner Streetwear und steht ganz im Zeichen von Skatern, Sneakern und Subkulturen. Nachdem sie sich bereits an verschiedensten historischen Orten wie dem ehemaligen Stasi-Gebäude in Lichtenberg, der alten Münze oder dem Kaufhaus Jahnsdorf in Mitte austoben durfte, bedarf ihr Neuanfang auf dem Gelände der Arena nun kaum noch besonderer Rätselhaftigkeit, was ihre neue Location ausmacht. Fest steht in jedem Fall, sie ist und bleibt kreativ, authentisch und hip. Da scheint die SEEK als neuer Nachbar ein guter Versuch, um sich noch mehr von anderen Messen abzuheben und mit ihrer Fashion-Kultur zu wachsen.

Mit dem neuen Gelände sind uns viele neue Aussteller und Brands aufgefallen, welche trotz kategorisch abgetrennter Parzellen gut ins Licht gerückt sind. Aber das liegt wohl nicht nur an den Ausstellern selbst, sondern auch im Blut der Brightcrew, die in Richtung Individualität und Vielfältigkeit keine Mühen scheut. Die Arena und das Glashaus sind über einen gemeinsamen Außenbereich verbunden, der die Besucher von Halle zu Halle führt und zwischendurch zu Streetfood oder Drinks einlädt sowie mit dem Badeschiff in der Spree einen wunderbaren Ausblick bietet. Bei soviel Programm wird einem nie langweilig.

New Labels, new Life

Der aus London stammenden Künstler Rugman sticht auf den ersten Blick durch seine exzentrischen Illustrationen hervor. Als Grafikdesigner arbeitete er von Calvin Klein über Vans, sein gelerntes Handwerk in allen Formen und Farben ab, bis er sich dazu entschloss aus seiner Kunst das wohl schönste Modeprodukt zu machen – Rum Knuckles.

Rum Knuckles´ Entwurf zur Gay Pride

Rum Knuckles´ Entwurf zur Gay Pride

Auch das in Los Angeles ansässige Label Roottattoo hat einen Preis für Innovation und Inspiration verdient. Zwar sind Tattoos auf der Bright nichts Neues, aber dennoch hat sich dieses Rebel-Label etwas Besonderes einfallen lassen. Wer schwarze Farbe unter der Haut lieber meiden möchte, kann stattdessen eine Tattoomaschine als Schlüsselanhänger, sprich das Labelmotiv, fortan mit sich tragen.

Roottattoo präsentieren nicht nur Mode, sondern gehen auch unter die Haut.

Roottattoo präsentieren nicht nur Mode, sondern gehen auch unter die Haut.

Im Jahr 2013 ging das Label The End Apparel an den Start. Drei Freunde aus Stuttgart und eine Katze ließen eine Idee zu einem Konzept heranreifen. Obschon die Nacktkatze nur im metaphorischen Sinn ihren Beitrag geleistet hat, ist sie dennoch als Logo des Labels hervorgegangen. Hier trifft Siebdruck auf „Fucking Attitude“ wie sie selbst sagen. Alle Klamotten sind Fair Trade und treffen zielsicher den Nerv der Zeit.

The End Apparel stellen uns ihr Siebdruckverfahren vor.

The End Apparel stellen uns ihr Siebdruckverfahren vor.

Gleich nebenan im Glashaus wartet schon die SEEK mit recyclebaren Wänden und Europaletten auf. Die Halle hält direkt am Eingang einen Wegweiser bereit, denn man aber aufgrund gut platzierter Aussteller gar nicht braucht. Wir bewegen uns im Uhrzeigersinn durch die Halle, greifen einen Gratis Gin Tonic von dem langjährigen Sponsor Hendricks ab und kämpfen uns durch den Dschungel von neuen Sneakerkollektionen, Denimwear und Skateboardtools. Die gut ausgestattete Messe lädt gern zum verweilen und Gesprächen ein. Ist man am Ende des Glashauses angekommen, kann man sich im Pressebereich zum Meeting treffen oder einfach nur gechillt an der Spielekonsole rumhocken und ein bisschen zocken.

„Locals Only“ 

Der Name ist Programm – Otherside Project aus Italien steht mit seinem Slogan für die legendären Skateboardmeisterschaften, die von Titus in Deutschland ins Leben gerufen wurden. Vom Amateur zum Pro-Skater, so ähnlich verfahren sie auch mit ihren Designs. Schlichte Optiken aus Holz und dezente Farbprints rufen dazu auf, dass Board in die Sonne zu schieben und ein paar Runden im Park zu drehen.

Otherside Project arbeiten mit Herz und Holz.

Otherside Project arbeiten mit Herz und Holz.

Wer den klassischen Look für seinen Shop oder direkt für den Fuß präferiert, findet diesen ebenfalls hier – das Label Espadrij steht für Qualität, Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit. Klare Linien, komfortable Canvas und wasserabweisender Naturkautschuk sind eigentlich nur von Vorteil oder fällt euch hierzu was schlechtes ein? Wer noch keinen Espandrillo im Schrank hat, der kennt auch kein „Bon Voyage“.

Espadrij rufen in der Sonne zu mehr Espandrillos auf

Espadrij rufen in der Sonne zu mehr Espandrillos auf

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